29.05.09 ~ Konzertsaal der Johann Stiftsschule ~ Amoeneburg~ Solokonzert

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„Oh… Termine… Basssongs.. SOLOKONZERT???? BASSSONGS? ER gibt wieder ein Solokonzert? *durch die Wohnung tänzel und breit grins*Da muss ich hin!“ So ungefähr muss sich das Ganze gestaltet haben als ich gelesen habe, dass Frieder wieder eines seiner Solokonzerte gibt – noch dazu nicht weit von mir entfernt.

Das letzte Solokonzert lag ja nun schon über 2 Jahre zurück und so war schnell klar, dass ich da auf jeden Fall hin „muss“. Kurze Absprachen getroffen und dann zeichnete sich recht schnell das Bevorstehen eines gelungenen Wochenendes ab.

Der 29.5.2009 rückte immer näher und ich freute mich erstmal wie blöd auf den Besuch meiner Mutter, die mich das ganze Wochenende besuchen kommen wollten. Gesagt getan; sie kam gut vorm Pfingstreiseverkehr her, in dem wir dann dafür auf dem Weg nach Amöneburg standen. Okay fahren wir einfach mal ab.. Werden wir schon finden… Tjaaaa! - haben wir dann anderthalb Stunden später auch ;)

Bereits bei Ortseinfahrt war uns klar, dass sich die Fahrt gelohnt hatte. Ich übertreibe wohl kaum, wenn ich sage, dass Amöneburg einer der idyllischten Orte ist. Eine urige Altstadt mit einer alten Schlossruine. Von der Ruine aus bot sich dann ein harmonieerfüllter Blick über das Lahntal, das im Sonnenlicht schimmerte. Was für eine Einstimmung auf das Frieder Konzert ?! (Wer in der Nähe ist, sollte diesen kleinen feinen Ort wirklich mal besuchen – das Foto kann leider die Stimmung und Atmosphäre nicht so 100% rüberbringen…)

Wir hatten schon vor dem Konzert das Gefühl „angekommen“ zu sein, aber als Frieder gegen 20 Uhr den gut besuchten Konzertsaal der Johann Stiftsschule betrat und die ersten Töne spielte, da wussten wir erst wieder, was die letzten Jahre gefehlt hat.

Während die Auftritte mit dem Ton Syndikat, der Lahntal Guerilla, Laith usw. ja doch überwiegend mit Gesang kombiniert sind, so ist Frieders Soloprogramm zum größten Teil instrumental und lädt einfach zum Träumen ein.

Nicht selten wanderte mein Blick raus aus dem Fenster, welches direkt neben Frieder war. Ich sog die Töne in mich auf, meine Augen blickten in die Ferne und auch Kopf und Herz waren an anderer Stelle - bei anderen Menschen. Offensichtlich war ich nicht die Einzige, einige schienen in einer „anderen“ Welt und auch Frieder selber schien, neben der notwendigen Konzentration, einigen Gedanken nachzuhängen und seine Musik, wie immer, intensiv zu fühlen.

Die Songs bei denen wir Frieder den “Groove-Horst“ (O-Ton Herr G.) machen durften, holten einen dann schnell zurück und sorgten dafür, dass die, doch sehr schöne, Melancholie, keine Überhand nahm.

Zwar war ich vor dem Konzert noch guten Mutes, dass ich in den letzten zwei Jahren meine Interaktion etwas verbessern konnte, aber bei „Wenn es dich schon gibt“ bin ich einfach jedes mal hoffnungslos überfordert. Ich meine „Fuß, Hand , Stimme, Zuhören und Staunen“ ;) ist aber auch schon eine ganz schöne Herausforderung. Dass dies trotzdem funktionieren kann sah ich dann allerdings mal wieder an den anwesenden Musikern, die offensichtlich den Beat im Blut hatten und auch gar nicht mehr über das, was sie da machten nachdenken mussten!

Die Setliste hatte sich nicht großartig verändert, besonders war allerdings, dass Frieder uns dieses Mal an einer Stelle die Auswahl überließ. Wir konnten wählen zwischen einem Liebeslied oder einem Lied, bei dem wir wieder den Groove-Horst machen durften und Frieder singt. Ich hätte natürlich am liebsten ein Liebeslied mit Frieders Gesang gehört („Sag mir, dass du es bist“), aber das stand für den Abend nicht auf der Setlist und da hat Herr Gottwald auch nicht mit sich reden lassen ;) Nach einer kleinen „Diskussion“, war dann die Entscheidung gefallen. Zuerst Groovelied, dann Liebeslied.

Sprich: Zuerst „Wenn es dich nicht gibt“, dann „How deep is your love“. Frieder spielte wunderbar und auch die Leute, die ihn vorher mit seinem Soloprogramm noch nicht live erlebt hatten waren hin und weg. Einerseits weil er seinem Bass mal wieder so sonderbare Töne entlockte -dass selbst einige Musiker „irritiert“ waren – und andererseits weil er sein musikalisches Können mal wieder mit unheimlich viel menschlichem Charakter und Charme gepaart hat. Die anwesenden Kinder fragten bei den englischen Titeln schonmal „halblaut“: „Was heißt daaaahaaass?“ und die Chance ließ sich Frieder natürlich nicht nehmen. Nach ein paar –sehr sympathischen Anläufen –klappte es dann mit der Übersetzung auch ganz gut :o) Und so waren nicht nur die „Großen“, sondern auch die „Kleinen“ glücklich.

Frieder spielte und spielte, groovte sich ein, steigerte sich bei “Amoeneburg“ sogar so sehr ins Lied, dass auf einmal der Sound weg war. Saite gerissen? Sicherung raus? Nee, das Netzteil hatte sich verselbstständig, aber da man(n) natürlich nicht einfach wieder an einer so „wilden“ Stelle einsetzen konnte kamen wir noch wenige Minuten länger in den Genuss der unglaublichen Klänge, bevor es dann „endgültig“ zu Ende war.

Abschließend lässt sich sagen, dass es ein rundum gelungener Abend war, der absolut wiederholungsbedürftig ist. Neben den „Party“-Elementen, die mit lauter Funk und Groove versehen sind, lädt Frieder mit den sanften Tönen auch immer wieder zum Träumen ein, ob das jetzt zu einem „Lonely afternoon“ sei oder nicht – nun das ist jedem selber überlassen. Verlernt hat er in den letzten zwei Jahren jedenfalls nichts :o)

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