04.11.2006 ~ Zimmer 16, Berlin ~Solotour

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Stefan hat mir nicht nur Fotos zur Vefügung gestellt sondern ebenfalls einen Bericht über das Konzert in Berlin geschrieben. Auch wenn ihr sonst nur Berichte von mir hier findet, diese Eindrücke wollte ich euch nicht vorenthalten. Danke Stefan!
Zugegeben: der Besuch bei Frieder in Berlin sollte mir nach einem Megakonzertsommer 2006 ein bisschen Laith-Feeling zurückbringen und von Frieders Musik hatte ich nicht die blasseste Ahnung. Aber man lernt nicht aus und ich bin offen für neues.

„Wozu braucht man für nur ein Instrument soviel Equipment?! Son Bass hat doch eh nur einen Ausgang“ drang eine Frage aus der Reihe hinter mir durch das Getuschel vor dem Konzert. In Anbetracht der 7 Lautsprecher und des Mehrkanal-Mischpults klingt die Frage erstmal berechtigt.

Das erste Stück fing an und ich denke „OK, schnelle Finger hat er ja“ und dass Radler die Finger beschleunigt hatte ich von Frieder eben noch selbst erfahren, von daher schien das nicht die Kunst zu sein. Doch das sollte ja noch nicht alles gewesen sein!

Von Stück zu Stück steigerten sich die Raffinessen in der Musik und in der Handhabung dieses recht einfach aufgebauten Musikinstruments. 6 Seiten, 10 Finger, das geht schon mal gar nicht auf! Und von Minute zu Minute rückte die Frage, wo er die fehlenden 2 Finger hat immer mehr in den Hintergrund. Viel mehr drang sich mir eine Frage immer wieder auf, die sich im Laufe des Abends mehrfach wiederholte „Wo hat der Mann die dritte Hand versteckt?!“

Je weiter der Abend fortschritt, umso mehr wunderte ich mich, ob die Kanäle an dem Mischpult überhaupt ausreichen würden. Oder hat er am Ende vielleicht an einigen der Lautsprecher noch einen Ghostplayer hinter der Bühne versteckt?

Nichts von dem konnte ich bestätigen und so wurde ich durch einen Abend der abwechselnd aufwendigen und einfachen Stücke geführt. Stücke, die „October Rain“ oder „Lonely Afternoon“ heißen und mich eben genau diese Titel nachempfinden ließen. Stücke, die mich eine Kerze anzünden oder meinen Pulli anziehen lassen wollten. Aber auch Stücke, wo ich am Liebsten aufgestanden und rumgetanzt hätte. Achja, dann war da ja noch dieses eine, wo Frieder auf einmal die Hände über Kreuz gelegt hat und anfing 3 Instrumente aus dem einen zu machen. Ich hatte davon schon in einem Konzertbericht gelesen, aber ich hab trotzdem nicht geglaubt, was ich da gesehen und gehört habe und mein Mund blieb das ganze Lied über offen stehen.

Eine Verbindung zu Laith konnte ich schon nach dem ersten Lied beim besten Willen nicht mehr erkennen. Aber irgendwie war sie ja doch da: „Niemand muss sich für Interaktivität schämen!!“ So zwar nicht ausgesprochen, wurde das Publikum aber immer wieder eingebunden in die Lieder. Ich muss schon sagen, ich war jedes mal extrem überrascht, wie lange die ca. 50 Leute komplett ein Schnippen oder Händeklatschen für ein ganzes Lied durchhalten konnten!! Dem Tat auch ihre unterschiedliche Herkunft keinen Abbruch. Wie Frieder nicht ohne Stolz berichten konnte kamen sie aus Frankfurt, Gießen, Rostock und dann war da ja auch Marburg. Und obendrein dann noch der Berliner Anteil seiner Familie! Was für ein Fest.

OK, der Laith hat „Sag mir, dass du es bist“ auch vorgetragen. Die vom Frieder vorgetragene Originalversion ließ mich das aber glatt vergessen. Wie wär’s mal mit einer Bass-Version von dem Lied? Wie die Piano-Version von „Leb den Tag“? oder das ganze mal auf italienisch? Davon eine Samba-Version zu machen wurde ja an Frieder schon herangetragen.

Alles in allem schließe ich mich der einhelligen Meinung an: das Konzert verging rasend schnell. Irgendwie kam’s mir vor, als hätte er erst 3 Lieder gespielt, wenn schon wieder 6 rum waren und die Pause kam.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch im Namen meines Herzblattes, die übrigens aus Biberach angereist ist (um die Landkarte mal zu erweitern), für einen tollen Abend bedanken!! Auch wenn wir ihm das persönlich sagen konnten, nachdem wir dann nach ca. 1h auch endlich mit Autogramm und Foto von uns und ihm selig heimreisen konnte.

Wer die Chance hat sollte hingehen, das ganze gleicht eher einer Zaubershow als einem Konzertabend. Sollte jemand also nicht wirklich auf diese Art von Musik stehen, so überzeugt Ihn sicher, was man alles mit und aus diesem Instrument zaubern kann.

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