15.12.2006, 16.12.2006 ~ Alter Dorfsaal, Brenig ~ALL STARS, streifling! (+ Band), Fools Garden

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Es ist der 14. Dezember 2007, 20.10Uhr Peter und Volker von Foolsgarden betreten die Bühne um uns schon einmal auf den musikalischen Abend der 80’er einzustimmen. Da auch dieses Jahr wieder ein Teil des Fanclubs vertreten ist herrscht von Beginn an recht gute Stimmung und das Publikum scheint relativ stimmgewaltig, zumindest in den ersten zwei Reihen. Nach Liedern wie „Man of Devotion“, „Cook it a while“, „ I got a ticket“, „Count on me“, „Pieces“, „Suzy“ und natürlich „Lemon tree“ räumen die zwei sympathischen Musiker dann die Bühne damit es gegen 21.20Uhr endlich „richtig“ losgehen kann.

Frieder, Ole, Tobi, Tommy und Stephanie betreten die Bühne… Ole spricht noch kurz ein paar Worte und versucht seine große Nervosität gekonnt durch Floskeln zu überspielen. Er „droht“ uns an, dass es „laut“ werden könne aber das sei ja auch gut so. Tja und so war es dann auch, es wurde gleich losgerockt – sowohl AUF als auch VOR der Bühne. Zwar kannte ich viele der Lieder nicht – ich war wohl in den 80’ern doch noch zu klein ;) – aber das hindert einen ja theoretisch nicht daran sich in den Abend „saugen“ zu lassen ( um mal wieder auf die Worte eines Mannheimer Sängers zurückzukommen ;) ). Irgendwie hatte ich den Kopf wohl noch zu voll und persönliche Umstände hinderten mich daran „völlig losgelöst“ mitzugehen. Da half leider auch die „Interaktion“ immer recht wenig.

Doch dann nach der Hälfte des Sets taue ich ein bisschen auf, ich spüre meine Füße wieder und so langsam kommen mir doch ein paar Lieder bekannt vor („Kids in America“, „Time after time“, „Like the way I do“).

An diesem Abend wechseln sich Tobi, Stephanie, Volker und Peter mit dem Singen ab, aber auch Jens lässt nicht nur die wundervollen Klänge seines Saxophons erklingen. Jens? Ja, ihr habt richtig gelesen. Jens Streifling hat doch noch den Weg zu SEINER Band und zu SEINER Location gefunden. Es hieß immer er könne nicht kommen, weil er mit den Höhnern unterwegs war aber glücklicherweise hatte es sich doch noch anders ergeben und so konnte er wenigstens an einem Abend mit auf der Bühne stehen. Ich persönliche höre sehr gerne Saxophon und natürlich passte Jens mal wieder nicht nur musikalisch super in die Truppe. Neben Frieders Bass, der an diesem Abend diverse Male „geschlagen“ , gequält und außergewöhnlich schnell gespielt wird, Oles Gitarre, die aufheult und einem im nächsten Moment durch ihren klaren Klang und ihr Tuning eine Gänsehaut sondergleichen den Rücken hochjagt, Tobis Keyboard, das immer wieder „anders“ und „neu“ erklingt und Tommys Schlagzeug, das einen einmaligen Groove ( vor allem zusammen mit Frieders Bass) in die Stücke bringt, bringt Jens’ Sax eine gewisse Leichtigkeit in die Songs, die das Lied erst so richtig komplett macht. Allerdings leisten nicht nur Frieder, Ole, Tobi, Tommy und Jens ganze Arbeit sondern auch Stephanie Nix, Peter und Volker. Letzter spielt UND singt sogar an diesem Abend, ebenso wie Tobi. Überhaupt lässt sich sagen, dass sich an diesem Abend mal wieder einige Superlative der deutschen Musikszene für eine Session getroffen haben, die die dunklen Zeiten draußen komplett außer Acht lässt. Obwohl die Jungs und Stephi sicherlich ein sehr, sehr anstrengendes Jahr hinter sich haben scheinen sie noch mal alle Kräfte zu mobilisieren und als dann „Don’t go away“ als letztes Zugabenlied ertönt will das Publikum die Musiker wirklich nicht gehen lassen.

Da das Repertoire der 80’er aber ziemlich erschöpft war brachen sie mit ihrem Motto (oder auch nicht, der Song stammt wohl doch aus den 80'ern) und spielten zu meiner riesigen Freude „I will follow“ von U2. DAS Lied zu dem Danny und ich bereits an den letzten Brenigabenden so abgerockt hatten. Spätestens jetzt verabschiedeten sich vorzeitig alle „belastenden“ Gedanken und ich rockte alles was sich in mir angesammelt hatte raus, als gäbe es nur das „Jetzt und Hier“. Offensichtlich sorgten wir damit bei Manchen für Verwirrung und gleichzeitig Gelächter, aber das war uns egal… Jens schien nun auch noch mehr in seinem Element als vorher und so sprang er auf der Bühne rum und schleuderte sein Haar durch die Luft, dass es eigentlich hätte knallen müssen. Gott sei Dank ging das einzige „Scheppern“ aber vom Schlagzeug aus.

Nach diesem Lied hätte es jedenfalls für mich noch ewig so weitergehen können. Vielleicht gerade weil ich den Eindruck hatte gerade erst ins Konzert rein gefunden zu haben, aber ich konnte mich ja noch auf den nächsten Abend freuen, auch wenn Jens dann nicht mehr dabei sein würde =(. Im Anschluss an so ein Konzert stehen dann natürlich auch immer ein paar nette Gespräche mit denen an, die man vorm Konzert vielleicht nur kurz gesehen hatte und so war jetzt die Zeit ganz in Ruhe zu quatschen. Es waren dieses Jahr sogar recht viele FDSler da (liebe Grüße :fuchtel: ) und so ergaben sich beim Schlendern durch den kleinen, feinen, Dorfsaal immer wieder neue, nette Gespräche. Weil es im Alten Dorfsaal immer recht familiär zugeht ließen sich die Akteure des Abends auch ziemlich schnell blicken und so quatschte und witzelte man ohne zu bemerken wie die Zeit verging. Nachdem wir dann wegen der Bettenverteilung und diversen (Gute-Nacht-)Geschichten alles geklärt hatten ;) Machten wir Claudia, Danny, Biby, Anja und ich uns auf den Weg nach Bingen – Schließlich sollte hier doch im Hause der großzügigen Familie D. unser aller Schlafquartier sein auch wenn manch Eine lieber gleich in Brenig geblieben wäre ;)

Die Zeit bis zum Konzert am Samstagabend verging recht schnell und wir hatten auch alle wieder unsere „Stammplätze“ (Danke!!!). Mein Vater, der mit seiner Frau und einer Bekannten nach Brenig gekommen war positionierte sich gleich an dem Stehtisch hinter uns. Es waren also die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Abend, wären da nicht die eingefroren Füße gewesen, die Dank Danny, Claudia, Biby und Anja überhaupt noch vorhanden waren ;)

Aber ich lasse mir meine Laune natürlich nicht von so ein paar kalten Füßen vermiesen (außerdem was gibt es besseres als sie warm zu tanzen?) und so ließen wir uns an diesem Abend erneut von Peter und Volker in den Abend saugen. Diese kennen das Publikum in Brenig und ihren Fanclub anscheind ziemlich genau und so hatten sie extra ihre Setliste umgestellt. Ein paar „neuere“ Songs mussten für ältere Lieder weichen und um den 80’er Jahre Charakter aufrecht zu erhalten spielten die Zwei am Samstag noch „Take on me“ von AHA. Natürlich nicht ohne immer mal wieder lustige Bemerkungen zwischendurch zu machen und ein paar Anekdötchen zu erzählen, durch die Peter und Volker die Lacher immer auf ihrer Seite haben.

Wenn der musikalische Rahmen also etwas variierte so war dies für den zeitlichen Rahmen wohl weniger vorgesehen. Peter und Volker verließen gegen 21Uhr unter großem Applaus und Zugaberufen die Bühne. Kurze Raucherpause und noch einmal durchschnaufen bis dann wieder die Streifling Allstars den Weg auf die Bühne fanden.

Dieses Mal sind mir die ersten Töne nicht mehr so unbekannt… Es ertönt „Love is a battlefield“ und offensichtlich finde nicht nur ich schneller in den Abend und ins Konzert, sondern auch die Musiker(-in). Sie scheinen sich ihrer Sache heute sicherer und obwohl Frieder und Tommy einen sehr stressigen Tag hinter sich haben scheinen sie, wie ihre Kollegen/Kollegin, hochmotiviert. Nachdem Tobi zu Paul Young „gemorpht“ *gg* ist, singt er „Come back and stay“, eines der Lieder das bereits am Freitag zu meinen Favoriten gehörte. Während das Ganze für mich den Abend zuvor ja eher schleppend begann war es am Samstag genau das Gegenteil… Ich sagte den Abend vorher noch „Der schwächste Brenigabend den ich bisher erlebt hatte“ und jetzt musste ich doch glatt über den „Bisher besten Brenigabend“ nachdenken. Es zeigt sich also mal wieder, dass zwei Abende, trotz nahezu gleichem Programm, total unterschiedlich sein können. Von wegen „Ein Abend reicht um zu wissen wie der andere ist…“

Jedenfalls wurde es bei Danny, Biby und mir vor der Bühne mächtig heiß und manchmal waren wir mehr mit unseren „Choreographie“ und dem Abtanzen beschäftigt als mit der Show, die da auf der Bühne abgeliefert wurde *gg*. Alle Beteiligten hatten sichtlich Spaß und Frieder kam mal wieder seiner Aufgabe als „Animateur“ nach. Er forderte uns auf zu singen und zu klatschen… Einfach das nachmachen was er tat. Na wer macht da nicht gerne mit? So kam es, dass ihm das Publikum des ausverkauften Dorfsaals ein stimmgewaltiges „We are the Kids in America“, aber noch ein viel gewaltigeres „wooooho“ bzw. „lalalalalalala“ entgegenschleuderte, das sich gewaschen hatte! Nach diesem Song „morphte“ Tobi dann noch mal und gab „Sorry seems to be the hardest word“ zum Besten. Gänsehaut pur! Von seiner Erkältung war nichts zu hören.. Im Gegenteil.. Ähnlich ruhig war dann auch das „Comeback“ der Band beim nächsten Song „Time after time“. Frieder setzte sich verträumt auf seinen Verstärker und verlieh dem Song seine ganz eigene, fast schon zärtliche, Note. Unglaublich, wie er da so saß und „meilenweit“ war, ich hätte ihm noch Stunden lang zugucken können :shy:! Es hatte etwas total Beruhigendes und die Ausstrahlung in diesem Moment war unbeschreiblich. Doch nach dem Song stand Frieder auf, grinste; zwinkerte und schien so eben im Dorfsaal wieder angekommen zu sein. Eine echte Achterbahn der Gefühle, denn nach der Ballade von Tobi und „Time after time“ ging es dann mit „I’m still standing“ weiter, bevor dann bei „Like the way I do“ wieder richtig abgerockt und mitgesungen wurde. Herrlich… Diese erneute Symbiose zwischen Musik(ern) und Fans. Das was mir den Abend zuvor „gefehlt“ hatte bekam ich heute gleich in der Überdosis: Jede Menge guter Laune, Adrenalin und Unbeschwertheit. Unfassbar, dass das Konzert dann schon mit „Still haven’t found“ enden sollte. Das konnte doch gar nicht sein, oder? Kommt schon…. Wenigstens noch „I will follow“ – ja okay Jens fehlt, aber das tut er eh schon den ganzen Abend… den U2 Song bekommt ihr auch ohne ihn hin... Na also, geht doch :)

Mein heimlicher Wunsch ging in Erfüllung und ein letztes mal durfte ich mit meinen liebenswerten Mädels in diesem wundervollen Dorfsaal mit dieser fantastischen Band „I will follow“ rocken und gröhlen… Die letzten musikalischen Livetöne für dieses Jahr in mir aufsaugen um damit die dunkle Zeit zu überwintern bevor es nächstes Jahr dann wieder rund geht.

Ich schwebte; hing meinen Gedanken hinterher und genoss noch einmal die Atmosphäre im Alten Dorfsaal die mir doch nach so kurzer Zeit schon so vertraut war und die ich nächstes Jahr vermissen werde. Hoffentlich halten die Jungs ihr Versprechen und das Projekt bleibt bestehen, denn was mir mal wieder an diesem Wochenende bewusst wurde ist:

„Music was my first love and it will be my last“, aber vor allem um es mit den Worten meines Lieblingsbassisten zusagen „Live ist halt live“ und dieses Liveerlebnis mit allem drum und dran, war wieder mal genial! Danke für die Musik aber auch für das lustige, persönliche „Nachher“! Das Jahr und die Ära „Dorfsaal“ geht vielleicht zu Ende, aber die Erinnerung bleibt!

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