09.03.07 ~ Die Fabrik ~ Frankfurt~ Solotour

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Es war der 09.März 2007 und da wir, meine Schwester und ich, schon etwas länger geplant hatten nach Frankfurt zu dem Konzert von Frieder zu fahren, wachte ich auf und hatte recht gute Laune. Also musste ich nur noch 8 Schulstunden überstehen bis wir dann losfahren konnten. Gesagt getan, nachdem ich eine Nachricht erhalten hatte, die mich ziemlich aus der Bahn warf bzw. verwirrte, machten wir uns tatsächlich gegen 15 Uhr auf den Weg nach Frankfurt. Gott sei Dank verlief der Weg zumindest bis nach Frankfurt selbst recht reibungslos. Bis zu der Location haben wir dann doch noch etwas länger gebraucht ;)

Jedenfalls kamen wir so gegen 18.30 Uhr bei „Der Fabrik“ an. Wir saßen noch im Auto da hörten wir schon, wie Frieder ganz offensichtlich seinen Soundcheck machte. Da wir noch Zeit hatten und nicht stören wollten, gingen wir noch ein bisschen „spazieren“. Gegen 19.15 Uhr waren dann mehrere Leute bereits in die Fabrik gegangen und auch wir entschlossen uns, die „mysteriöse“ Fabrik von innen anzuschauen. Ich hatte mir zuvor Bilder angeschaut und war gespannt, ob sie wirklich so gemütlich war. Angesichts der Bühne, auf die man direkt zulief sobald man die Stufen heruntergegangen war, schien alles genau so wie auf den Bildern zu sein. Ein Flügel davor Frieders Hocker und Bass ebenso wie Mikro unter einem „Gewölbebogen“, der in einem warmen Rot angestrahlt war. Schaute man sich etwas weiter um, so konnte man schon ins Staunen geraten. Dort waren Tische (normal) wie in einem vornehmen Restaurant gedeckt, an denen auch schon einige Leute Platz genommen hatten. So suchten auch Jenny und ich uns einen Platz. Nachdem alle sich gestärkt, noch ein bisschen geplaudert hatten und immer mehr Leute gekommen waren, ging es dann auch so gegen 20.45 Uhr los.

Wir merkten schnell, dass vor uns an dem Tisch offensichtlich Musiker saßen, die Frieder zu noch mehr Hingabe und Virtuosität animierten. Wie Frieder an diesem Abend seinen Bass spielte war wieder einmal faszinierend. So hatte ich ihn selbst bei den anderen Solokonzerten noch nicht spielen hören. Wie sagte meine Schwester so schön: “Der spielt ja noch besser und mit mehr Einsatz als in Marburg“. Das tat er wirklich. Dabei war ich mir doch in Marburg schon sicher, dass es keine Steigerung mehr gab. Auch dieses Mal stellte ich fest, dass Frieder immer andere „Intros“ für seine Songs wählte, was wieder einmal bestätigt, dass jedes Konzert doch auf seine Weise einzigartig ist.

Natürlich waren die Songs auch dieses Mal die gleichen und so forderte Frieder uns zwischendurch auf, mitzuklatschen und ihm einen Beat zu geben. Dank der Musikerkollegen war dies auch nicht weiter schwierig und so wurde ein Glas auch mal schnell genutzt um einen weiteren Groove mit einzubringen, obwohl ich mir manchmal nicht ganz sicher war, ob es Frieder irritierte oder nicht. Was mich viel mehr „irrtierte“ war, dass die Leute weiter hinten gar nicht bzw. kaum mitklatschten. Vielleicht lag es an der „Restaurantatmosphäre“ oder ich habe es nicht so wahrgenommen.

Im Anschluss an diese „anstrengende“ Interaktion (und: „Jaaa, ich kann endlich den ominösen Beat ;)“) stand natürlich erstmal die wohlverdiente Pause an. So hatten alle die Möglichkeit, noch etwas zu trinken oder ein bisschen zu plaudern und Frieders Hände waren ihm bestimmt dankbar, dass er eine Pause machte. Dabei ist allerdings fragwürdig, ob sie sich nach ungefähr einer halben Stunde schon für den zweiten, NOCH anspruchsvolleren Teil genug erholt hatten.

Schließlich stand unter anderem das Lied von Tuck and Patti „Everything is gonna be

alright“ an, und wer schon einmal bei einem Solokonzert war, der weiß, was das bedeutet. Auch dieses Mal kündigte Frieder es auf die gewohnt - bescheidene Art an, aber als er loslegte war nicht nur mir klar, dass das, was er da machte, absolut einzigartig war.Es fiel wirklich schwer, Frieders Händen mit bloßem Auge zu folgen so schnell flitzten sie über die Saiten. Dieses Mal waren auch die anderen Musiker um uns herum so verblüfft, dass sie gar nichts mehr sagen konnten bzw. teilweise mit offenem Mund da saßen. Ich glaube mehr braucht man nicht dazu zu sagen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen.

Nach dem Stück von Tuck und Patti war natürlich noch „längst“ nicht Schluss und so begeisterte er noch mit weiteren Songs das Publikum und erntete mächtig Applaus. Dieses Mal legte er sogar noch eins drauf und nachdem, besonders die Musikerkollegen, nicht locker ließen, schüttelte Frieder noch eine Improvisation aus dem Ärmel, zu der ich gar nicht viel sagen kann, weil ich im Nachhinein noch sprachlos bin. Mit den verschiedensten Techniken „spielte“ er seinen Bass und erst nach einigen Minuten beendete er die Improvisation unter lautem Applaus und mit der Bemerkung „Aua - Hände“. So sehr ihm seine Hände auch wehtaten man hat gemerkt, dass er das, was er da gerade gespielt hatte, mit Herz und Seele gespielt hat. Selbst diese Improvisation, die aus der Situation heraus entstand, lebte er als hätte er nie was anderes gemacht. So ließ das Publikum Frieder natürlich auch nach diesem Stück nicht „einfach“ gehen. Er kam noch für seine zwei Zugaben „Isabel“ und „Sag mir, dass du es bist“ zurück und fand so für sein Soloprogramm auch an diesem Abend wieder einen schönen Abschluss, der noch lange die letzten Töne im Geiste weiter klingen ließ.

Frieder war offensichtlich sehr zufrieden mit dem Konzert. Als er sich zu uns an den Tisch setzte, sagte er sogar, dass er sich vorstellen könne, jede Woche ein Konzert in „Der Fabrik“ zu spielen. Na das ist doch mal eine Idee ;)… Schade nur, dass Frankfurt soweit weg ist. Abgesehen davon klang es ganz so, als würden für Frieder noch mehrere Termine anstehen, so dass die Idee mit dem Umsetzen schon am Zeitmangel scheitert und ganz ehrlich Frieder, kann man sich das nicht bei so mancher Location vorstellen? ;)

Jedenfalls haben wir uns dann nach einem netten Beisammensitzen auch bald auf den Weg gemacht, weil wir ja noch eine etwas weitere Rückfahrt vor uns hatten. So waren wir froh, dass wir, bis auf das Finden der richtigen Autobahn ;), keine Probleme hatten und der Rückweg sehr schnell ging. Der Tag, der für mich doch ziemlich verwirrend begann, hatte also noch einen schönen Verlauf genommen. Ich habe mit meiner Schwester ein schönes Konzert, das einen mal wieder durchatmen ließ und gut tat, erlebt und dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken! Besonders natürlich bei Jenny und Frieder ebenso wie bei seinen netten Musikerkollegen der Band „Frau Doktor“, die dem Abend noch mehr Groove verliehen haben.

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