Es war eine relativ spontane Entscheidung nach Karlsruhe zum Konzert zu fahren und da ich Claudia und Danny besuchen wollte, machte ich mich schon morgens auf den Weg nach Bingen… Nach großer Wiedersehensfreude ging es dann gegen 18Uhr weiter nach Karlsruhe, ins Labyrinth. So kam es mir zumindest vor.. Trotz Navi hatten wir diverse Schwierigkeiten und waren froh einen zeitlichen Puffer mit eingeplant zu haben.. Doch dann endlich gegen 21.20Uhr hatten wir das Panama gefunden und wurden gleich mit den Worten begrüßt: „Sie fangen gleich an..“ Kurze Schocksekunde, schließlich war der offizielle Beginn für 22Uhr angesetzt, und dann aber ab in die „Höhle des Löwens“!
Der erste Eindruck überzeugte bereits. Ein schnuckeliger gemütlicher Club, bei dem man fast denken könnte es sei das eigene Wohnzimmer. Einfach zum Wohlfühlen; und kurz nach dem wir uns einen schönen Platz ausgesucht hatten „stürmten“ Frieder, Dave, Ole und Tobi die Bühne. Sie begannen mit dem Song „Fame“ und erzählten erst einmal ein bisschen wer das Ton Syndikat überhaupt ist und was sie so vorhaben. So erfuhren wir, dass sie jede Woche im Panama auftreten wollen und ab und an auch mal Gäste wie die Lahntal Guerilla, Otto Meyer oder andere „Freunde“ einladen. Dabei waren sie bei diesem Konzert „nur“ zu viert und das war vollkommen klasse. Da brauch es meiner Meinung nach gar keine weitere Stimme, aber vermutlich wollen sie so einfach mal für sich und die Fans etwas Abwechslung schaffen.
Abwechslung gab es am 21.01. aber nicht nur durch die Songauswahl sie spielten Coversongs wie Free Falling oder Something, aber auch „eigene“ Songs von Tobi sondern vor allem auch am Mikro. Kennt man sie bisher ja mehr als „Backround“-Musiker wo die Möglichkeiten vielleicht nicht so gegeben sind selber mal das Wort zu ergreifen, sind beim Ton Syndikat doch alle stimmberechtigt. Vor allem Frieder hatte, zu meiner großen Freude, einen recht hohen Redeanteil, aber auch der Herr Schlagzeuger kann reden ;) Überhaupt stellte sich gleich das Gefühl ein unter „Freunden“ zu sein. Man merkte die musikalische Routine bei den Jungs, besonders aber auch die menschliche Ebene, die die vier Ausnahmemusiker verbindet. Ständig machten sie Witze, Gesten oder einfach Sprüche, die kurz drauf mit einem Conter quittiert wurden alles natürlich auf eine liebevolle Art und Weise. Wie sollte es anders sein?
Und mal ehrlich kann es eine größere Liebeserklärung geben, als wenn Herr G. versucht zu dem Lied des Herrn R. überzuleiten in dem er sagt: Nach den Beatles kann es nur noch einen geben… ?!
Tja und vor dem nächsten Song von Tobi konnte es auch nur einen geben.. Nur einen der „Duett komplett“ (im Original von Spliff) so schön und vor allem LUSTIG hätte singen können Frieder!!! Es begann mit „komischen“ Geräuschen ist ja auch nicht so einfach Autos auf der Autobahn(?!) nach zu machen und dann steigerte er sich zur wahrlichen Meisterleistung.. 2006 hatte irgendein Journalist mal gemeint es wären ja nette Gesangsversuche bei Frieder, aber wenn er das am Mittwoch gehört hätte.. Nun er hätte wohl oder übel seine Meinung revidieren müssen! Frieder sang an dem Abend zwar leider obwohl Tobi auch ausgezeichnet sang !!- nur einen Song als Leadsänger. Häufig aber sang er dann die zweite Stimme und wurde von Zeit zu Zeit von Ole und Dave unterstützt.
Es war einfach als kämen auch die Jungs nach Hause. Als würden sie jetzt bei ihrem eigenen Ding, noch mehr in der Musik aufgehen als sie es zuvor schon getan haben.. Und so reichte ihnen auch das etwas „spatanische“ Equipment im Vergleich zu den Tourneen. Denn Ole wechselte kein einziges Mal die Gitarre, Dave hatte auch nur ein dezimiertes Schlagzeug mit nur einer Tom Tom (?!) und Tobi spielte nur auf dem „kleinen“ roten Nord Keyboard. Trotzdem fehlte nichts.. Im Gegenteil die vier Musiker zeigten eine selten dagewesene Leistung und überzeugten nicht nur uns Laien, sondern auch die Musiker vor Ort.
Das Fazit ist also, um einen musikalisch hochwertigen und sehr unterhaltsamen Abend zu haben, sollte man unbedingt mal mittwochs um 21Uhr den Panama Club in Karlsruhe aufsuchen. Es lohnt sich auf jeden Fall!