Nach 2 ½ Jahren war es soweit… Ich sollte wieder an den Ort zurückkehren wo im April 2005 alles begann Im Kölner E-Werk. Dieses mal hatte ich allerdings schon eine Vorahnung von dem was mich erwarten würde, zumindest dachte ich das, und jetzt sollte ein Laith Al-Deen und kein Hartmut Engler Konzert anstehen bei dem Frieder, Tobi und Ole mitspielten…
Ich machte mich relativ zeitig auf den Weg nach Köln und wider Erwarten gab es so gut wie keinen Stau, so dass ich schon relativ früh und fast zeitgleich mit Claudia & Danny ankam. Das war also schon mal geschafft, jetzt hieß es nur noch ein „bisschen“ Zeit bis zum Einlass mit Warten vertreiben und dann endlich das lang ersehnte Konzert. Tja und was macht man, wenn man noch Zeit hat bis die Tore sich öffnen? Richtig man unterhält sich mit den vielen lieben Menschen, die da sind! Da wir Gott sei Dank so früh waren, dass die Flyerverteilerinnen (tolles Wort, oder?) noch nicht in der Location waren, konnte ich auch noch kurz mit Bigi, Arwen und Sternchen quatschen. Kaum hatte ich mich „vorläufig“ verabschiedet, weil die Mädels zum Falten der Flyer bald rein sollten, kam Bigi auf mich zu: „Sandy, willste mit?!“
Reaktion: Große Augen „Äh… ja!“. Claudia noch schnell meine Jacke in die Hand gedrückt (Danke für euer Verständnis!!) und zack fand ich mich auch schon im Inneren des E-Werks wieder, wo ich dann die Zeit bis zum Einlass mit den anderen Mädels verbracht habe, um den FDS-Flyer, den Laith-Flyer und die Karte von Diane zusammenzulegen! Dabei hatten wir schon eine Menge Spaß und ich war froh, nicht noch so lange draußen vor der Tür stehen zu müssen.
Naja, und dann war bald auch schon Einlass. Wir vier Mädels mit Flyern „bewaffnet“ positionierten uns gut, um beim großen Ansturm alle irgendwie abpassen zu können.. Alles ging ganz locker zu. Die Leute schlenderten gemütlich herein. Bemerkenswert fand ich wie sehr manche gestrahlt haben, als wir ihnen die Flyer gegeben haben. Als es am Einlass ruhiger wurde, hat die liebe Bigi mich dann ziemlich schnell „entlassen“, so dass ich schon gegen 19.20 Uhr zu Claudia und Danny konnte. Claudia überließ mir dann netterweise ihren Platz (Danke!!!) und so konnte ich direkt neben Danny stehen.
Endlich! Was hatte ich mich auf diesen Moment gefreut. Bisher war das ja nicht unbedingt möglich, da Danny, verständlicherweise, immer links bei Ole stehen wollte und ich rechts bei Frieder ;) Ich hatte zwar Anfang dieses Jahres schon gesagt, dass ich in Köln mit ihr links stehen würde, aber dadurch, dass Frieder ja jetzt direkt neben Ole in der Mitte steht, war der Platz natürlich perfekt. Wir hatten eine Supersicht auf alle Musiker und auch Tobi wurde endlich mal durch niemanden verdeckt!
Dann nach einer relativ kurzweiligen Wartezeit ging es los. Laith betrat die Bühne um Diane anzukündigen, welche wieder mit voller Power und jeder Menge Charme die Bühne enterte. Ihre Setlist war, glaube ich, fast die Gleiche wie in Altglashütten, jedenfalls begann es mit dem Song „Genauso“, der auch der Opener ihrer aktuellen CD „Im Zweifelsfall noch immer“ ist. Das war natürlich ein guter Einstieg für Danny und mich, denn so konnten wir, mehr oder minder textsicher, von vorneherein mitsingen und rocken. Danny hatte mir zuvor gesagt, dass Diane einen neuen Keyboarder (und Bassisten) dabei hatte und ich mal auf diesen achten sollte. Nun ja, das tat ich dann auch und wie so oft: Ein Blick genügte, um zu verstehen, was los war!
Danny und ich rockten unbeirrt weiter und brachten uns schon mal so richtig in Stimmung für das, was da noch so kommen sollte was das war, wussten wir natürlich bis dahin noch nicht. Wir ahnten nur, dass es ein grandioser Abend werden würde... Noch dazu in dieser Location! Tja und nachdem wir dann ca. 40 Minuten mit Diane und Band gerockt, gelacht und gesungen hatten, was das Zeug hielt, standen wieder 20 Minuten Wartezeit an… Eigentlich schade, dass Diane nur so kurz spielt, denn sie ist wirklich samt Band absolut Spitze und weiß das Publikum bei Laune zu halten. Nein, nicht nur bei Laune zu halten sondern regelrecht mitzureißen!
Aber nun gut die Bühne muss ja leider auch noch umgebaut werden und damit Laith samt Truppe pünktlich um 21Uhr starten kann sind wohl nicht mehr als 40Min. für Diane drin und die sind dafür dann ja auch voller Power und guter Laune!
An diesem Abend war es also auch so… Die James Bond Musik läuft und der Adrenalinspiegel steigt noch weiter… Danny und ich hibbeln wie verrückt vor der Bühne rum, natürlich immer mit dem Blick auf die Uhr… Und dann… Dann geht’s los… Das Licht geht aus… Die Scheinwerfer gehen an… Tobi setzt sich ans Keyboard… Spielt die ersten Töne… Die restliche Band folgt… Und wir sind sofort wieder im Konzert“rausch“! Stehen dort, gucken uns schweigend an, klatschen mit und staunen mal wieder über das, was die Jungs dort auf die Beine stellen. „Alles unter diesem Himmel hat seine Zeit, hat seine Stunde…“ Ja jetzt ist unsere Zeit und unsere Stunde… Abtauchen, Party machen, rumblödeln und einfach nur genießen… „Dies ist dein Lied“ wie jetzt? Mein Lied? Nee, nee versteh schon… Lautes Singen aus der ersten Reihe und „begutachten“ der Herren, die dort auf der Bühne stehen- Scheinen alle einigermaßen fit zu sein! So als hätte das Publikum in Trier die Jungs den Abend vorher schon gut warm gerockt, aber nicht allzu sehr geschafft! Beste Voraussetzungen und da ist es wieder… das altbekannte Grinsen, das freundliche Nicken, das Zwinkern und gemeinsame Singen. Wir sind im Konzert angekommen und können uns auch bei „Es wird nicht leicht sein“ und „ Die Liebe zum Detail“ nicht zurückhalten, denn die Liebe zum Detail ist hier einfach zu groß! Nach der „Liebe zum Detail“ kann Frieder gleich vorne bleiben, denn es folgt „Du“, bei dem er ebenfalls zwischen Laith und Tobi steht. „Danny was machst du da??? Oh Gott, hoffentlich hat er deine „Interaktion“ nicht gesehen… NEIN- zu spääät… Hilfe…“ Von der Bühne nur ein „besänftigendes“ Lächeln und Grinsen.. Ah ja okay… Schnell weiter… „Alles an Dir“ ja irgendwann lernt auch Sandy ansatzweise den Text ;)… Es ist ordentlich warm im E-Werk und so trinken die Jungs alle einen Schluck… „Wie jetzt Laith?- Das soll eure Ansage zum nächsten Lied sein?“ Ach ja… Klar „Fließende Wasser“ diese Drums zu Beginn… Hammer.. Dave zieht unsere Blicke auf sich und trommelt souverän wie eh und je! Zwar habe ich Tommy ja nicht aktiv bei Laith an den Drums erlebt, außer in Hanau, aber ich finde Dave passt super in die Band und lässt auch nichts vermissen. Im Gegenteil im Vergleich zu manch anderem Schlagzeuger hat man den Eindruck, dass er eben nicht nur ein „Backround“-Instrument spielt, sondern die Lieder ganz grundlegend und kreativ mitgestaltet; nicht nur durch die durchdringende „Basedrum“.
Dann kommt der „traurige Block“ und ja, er macht mich wirklich immer ein wenig sentimental… Ich stehe dort mit Danny… Köpfe auf einander gelegt... Augen überwiegend geschlossen und nehme diese Musik intensiver wahr, als ich es jemals zuvor getan habe… Ich nehme sie in mir auf und schlucke ein paar mal… „Worum es dir geht“ und „ Wo du bist“ sind immer wieder ein Highlight für mich. Ob auf der CD oder im Konzert sie sind unvergleichbar und berühren mich sehr. Noch etwas „benommen“ starten die Jungs dort oben auf der Bühne schon wieder das Kontrastprogramm „Leb den Tag“ steht an… Es scheint so als bräuchte Frieder auch erst einen Moment um „anzukommen“ und sich von den vorherigen Songs zu „lösen“, aber dann gelingt es ihm doch recht gut und er zeigt uns seine tolle Choreographie, die er sich zu diesem Lied (spontan?) ausgedacht hat, während wir brav und artig kräftig weitersingen.
Laith leitet, wie immer, lustig und mehr oder weniger spontan zum nächsten Lied über und nachdem wir den Auftrag hatten uns in die Wüste zu versetzen, wo wir auf einem Kamel reiten, erklingen auch schon die ersten Töne von „Damit ich wieder schlafen kann…“ Danny und ich lassen uns den Spaß nicht nehmen und so versuchen wir selbst die arabischen Texte mitzusingen einfach so wie wir es „Jetzt, hier, immer“ verstehen. Die Stimmung, stetig steigend im E-Werk, war bestens und so kann getrost DAS Lied kommen, auf das ich mich die ganze Zeit am Meisten freue „Stille“. Bei diesem Lied ist es zwar alles andere als „still“, aber besonders cool find ich dabei ja immer Frieders Choreographie. Sorry Laith und Co, aber da KANN man einfach auf nichts anderes gucken. Ich liebe sowieso diesen 80er Style der abgehackten Bewegungen und dann Frieder bei der Lichtshow mit seinem Bass und eben jenen abgehackten Bewegungen Uff!
Während die Jungs schon längst zur Höchstform aufgelaufen sind (liegt das an der Location, dass sie dort immer SO gut drauf sind?) scheint es mir als würde ich meine Höchstform gerade erst finden und so schaue ich doch etwas traurig nach „Keine wie du“ auf die Uhr und stelle geschockt fest, dass schon 1 ½ Std. seit dem Betreten der Bühne vorüber sind. Wow, wo ist diese Zeit nur geblieben?
Gott sei Dank sollte „Keine wie du“ ja nicht das Ende des Konzerts bedeuten und so kamen Tobi und Laith zurück auf die Bühne für musikalische „Fehl“griffe, die ich persönlich aber klasse fand, wie „Es ist ein Ros entsprungen“, okay ertappt - nicht ganz so toll (aber ihr wisst doch Laith verwandelt JEDES Lied in einen Hammer ;) ), und „Englishman in New York“ , welches fast vom ganzen Publikum mitgegröhlt wurde. Da staunte der Herr Al-Deen wirklich nicht schlecht, als er nach einer Strophe aufgehört hat zu singen, und das Publikum immer weiter machte letztendlich fing dann aber auch der „richtige“ Zugabenblock mit den Worten „Herr Reiss bitte“ an und schon erklangen die Töne von „Ich hab’s dir nie gesagt“. Bereits in Altglashütten hat mich das Lied berührt, aber in Köln war es absolut gänsehautmäßig.
Damit es auch einen, wie immer, perfekten Übergang zum nächsten Lied gab, kam Ole dann mit seiner Akustik-Gitarre auf die Bühne und legte ein Solo allererster Güte hin, so dass selbst Laith sich anschließend schüttelte und Ole etwas zuraunte wie: „Hammer…“ . Nach „Frag nicht“ und dem wohl bekanntesten Laith-Lied „Bilder von dir“ kamen dann noch zwei meiner absoluten Favoriten Danny und ich, und vermutlich auch die übrigen Besucher des Konzerts samt der Herren auf der Bühne, hatten wohl „noch lange nicht genug“ und so legte jeder der einzelnen Musiker wieder ein Solo vor, das wie kein anderes ist. Der eine ein längeres, der andere ein kürzeres… Frieder jedenfalls durfte als letztes sein Solo spielen, das ich beim Fanclub-Gig so vermisst hatte, und was soll ich sagen? Umwerfend? Hammer? Grandios? Genial? Ich weiß es nicht, sucht euch ein treffendes Adjektiv aus und macht daraus den Superlativ, dann könntet ihr ein passendes Wort erhalten ;)
Er begann unter dem Jubel der Zuschauer…Fand sich in sein Solo ein… spielte sanft…wechselte die Spieltechnik… groovte sich immer mehr rein…. Er rockte…die Leute jubelten lauter… er kniete sich förmlich ins Solo.. lief von rechts nach links… wieder zurück… alles vom Groove begleitet… und es endete mit dem „Schlag“ auf den Bass…. Hach, ich sag’s euch es war eine wahre Freude zuzusehen und dieses Solo mitzu“leben“.
Dann zum Abschluss Claudia und Oles Lied, welches mich zugleich auch „Jedesmal“ an meinen Daddy erinnert … Es ist einfach auch unglaublich schön und immer ein toller Abschluss für ein Konzert… Dieses melancholische und melodische Nachklingen lässt einen auch nachher noch weiterschweben! Tja und genau das haben wir gemacht… Nach einem Gig der intensiven Superklasse, der zu dem für mich noch eine ganz besondere Bedeutung hatte und wirklich zu den besten Konzerten gehört, die ich je erlebt habe, haben wir noch nett mit der ein oder anderen bzw. dem ein oder anderen gequatscht und uns amüsiert bevor es dann für uns alle gen Heimat ging („ E-Werk ich komme wieder…“)…
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