Da surft man so nichts ahnend im Internet.. Googlet ein bisschen und was findet man? Einen Konzerttermin von Frieder, der am 18.11 in Tom Launhardt’s Gitarrenatelier, welches in Wetzlar liegt, spielen soll. Nachdem ich den Termin gecheckt hatte, liefen gleich die Planungen an. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten und einer ewigen Vorfreude machten wir, mein Vater und ich, uns dann am 18.11. gegen frühen Nachmittag auf den Weg nach Wetzlar.
Als wir, irgendwann, die Location gefunden und festgestellt hatten, dass noch nicht viel los war, obwohl eigentlich ein Bassworkshop stattfinden sollte, machten wir uns nach einem kurzen Gespräch mit Frieder noch mal auf den Weg in ein naheliegendes Einkaufszentrum. Dort trafen wir dann auch Steff und Anke. So verging die Zeit bis zum Konzertbeginn noch recht schnell und nachdem wir in der zweiten Reihe einen guten Platz, in dem kleinen gemütlichen Raum, gefunden hatten, mussten wir auch nur noch wenige Minuten warten bis Frieder mit seinem Schack-Bass „bewaffnet“ die Bühne betrat.
Ich stellte gleich fest, dass Frieder die Setliste, die er im Kopf hatte, denn auf der Bühne war keine zu sehen, im Vergleich zu Marburg und Wiesbaden in Teilen umgestellt hatte und längere „Intros“ spielte. Bei manchen Liedern saß ich echt da und habe sie erst gar nicht erkannt. Hatte Frieder sie eben durch diese Intros und sanften Klänge in ein etwas anderes Gewand gekleidet. Frieder war ganz stolz als er „Montego Bay“ ansagte und gleichzeitig wieder das Spielen und Sprechen versuchte. Siehe da, es klappte in der Tat besser, obwohl ich es die Male zuvor auch nicht störend fand. Schließlich sind es gerade die kleinen „Missgeschicke“, die das Ganze auflockern. Apropos.. Frieder spielte natürlich auch wieder das Lied „Alcatraz“, bei dem wir ihn tatkräftig unterstützen sollten.. Das haben wir auch gemacht, aber irgendwie waren wir dann wohl doch zu schnell geworden *g* Ich hatte ja schon drauf gewartet, dass Frieder wie in Marburg und Wiesbaden noch mal vormacht, wie es denn nun sein sollte.., und es dauerte nicht lange da unterbrach er und die Lacher waren natürlich vorprogrammiert.. Aber Frieder, ich denke, wenn du uns noch ne Chance gibst, dann bekommen wir das irgendwann auch hin. Im Gegensatz zu der Percussion, bei der wir auch die Füße noch mit einbringen sollen. Wer meinen anderen Bericht aus Marburg gelesen hat, der wird wissen, dass ich eigentlich üben wollte damit ich endlich Frieders gewünschten Rhythmus mit dem Fuß und dem Klatschen mit machen kann, aber ich geb’s auf. Es ist einfach hoffnungslos, weil Frieder sich selber natürlich auch noch einen Takt mit seinem Fuß angibt und dazu spielt. Da bin ich einfach zu fasziniert. Denn, was Frieder wieder darbot, fand ich auch beim dritten Konzert erneut umwerfend. Stefan hatte ja bereits in Berlin nach der dritten Hand gesucht, aber auch ich habe in Wetzlar definitiv keine gefunden. Dabei ließ der Sound eigentlich darauf schließen. Gerade nach der Pause kamen Stücke wie „Spain“ und „Everything (is gonna be allright?!)“, bei denen Frieder noch mal richtig ins Schwitzen kam. Seine Hände hätten danach bestimmt gut eine Pause gebrauchen können, aber Frieder ist halt ein echter Vollblutmusiker und so spielte er weiter und weiter. Ich fand es wieder faszinierend zu sehen, wie schnell er seine Finger bewegt und welche Töne er seinem Bass entlockt. Bevor er „Everything“ spielt, erzählt er immer von Tuck and Patti. Tuck ist ein Gitarrist, der - an anderer Stelle schon mal erwähnt - laut Frieder sein Instrument wie drei Orchester klingen lassen kann. Wenn man Frieder mal zuhört, wird einem dann auch klar, warum er zusammen mit Carmen zu Zeiten von „Velvet Colors“ als Pendant zu Tuck and Patti gesehen wurde.
Die Zugaben waren auch in Wetzlar „Isabel“ und „Sag mir, dass du es bist“, letzteres führte zu einem besonders lustigen Abschluss.
Frieder ging mit einem Grinsen von der Bühne und dieses Grinsen sah man an dem Abend noch in vielen anderen Gesichtern. Ich glaube, er hat alle auf seine Weise überzeugt und beeindruckt. Umso mehr wünsche ich mir, dass das Programm noch fortgesetzt wird und auch andere Leute noch die Möglichkeiten haben, solch ein Konzert mal zu erleben. Wir haben es jedenfalls genossen und sind nach einem gemütlichen Beisammensitzen und einigen lustigen Momenten gen Heimat gefahren. Natürlich, wie sollte es anders sein, sehr zufrieden und mit einem Lächeln.
Danke für den schönen Abend.